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Pinkelstadt - Das Musical

Buch: Greg Kotis

Songtexte: Greg Kotis, Mark Hollmann

Musik: Mark Hollmann

Deutsche Fassung: Ruth Deny und Wolfgang Adenberg


"Pinkelstadt" ist ein satirisches Musical, das zwischen 2001 und 2004 insgesamt fast zweieinhalb Jahre mit phänomenalem Erfolg am New Yorker Broadway lief und mitinsgesamt sechzehn der begehrtesten Theaterpreise der USA ausgezeichnet wurde, darunter „Bestes Musical“, „Beste Musik“ und „Bestes Buch“. Publikum und Kritiker feierten einstimmig die Musicalkomödie mit dem ungewöhnlichen Titel und der schrägen Handlung als das originellste und intelligenteste Broadway-Stück der letzten Jahre.


Das Musical erzählt die Geschichte einer Stadt, in der nach einer ökologischen Katastrophe die Regierung das Wasser rationieren muss und deshalb private Toiletten verbietet. Ausschließlich die Benutzung öffentlicher Toiletten ist gegen eine hohe Gebühr erlaubt, die von einer geldgierigen Betreiberfirma für das menschlichste aller Bedürfnisse erhoben wird.


Die besten Parodien sind nicht die bösartigen, die besten sind die liebevollen. "Pinkelstadt - Das Musical" ist so eine liebevolle Parodie. Die Show von Mark Hollmann und Greg Kotis nimmt so ziemlich alles hopps, was den Musicalfreunden lieb und teuer ist. Und dabei ist sie zugleich selbst ein so gut gemachtes Musical, dass das Zuschauen einfach Spaß macht - Empfänglichkeit für schräg-schwarzen Humor vorausgesetzt. Denn den gibt es reichlich. In einer Stadt der Zukunft herrscht Dürre, Wasser ist rationiert, private Toiletten verboten. Die öffentlichen Klos gehören einem Konzern. Dessen Chef Werdmehr von Mehrwert redet von Investitionen in alternative Techniken, investiert aber nur in Bestechungsgelder. Wer ohne Barzahlung hinter die Büsche geht, wird deportiert. Toilettenaufseher Jonny Stark führt das Volk in die Revolution. Natürlich nicht, ohne sich vorher in Mehrwerts Tochter Freya verliebt zu haben. Flott erzählt, wundervoll bissige Texte - das Grundgerüst alleine wäre schon eine pfiffige Parabel. Ihren besonderen Reiz bezieht sie daraus, dass sie nicht so ausgeht, wie es der gesellschaftskritisch korrekte Zuschauer erwartet.

Starken Eindruck hinterlässt die Musik, die zu einem waghalsigen Ritt durch 30 Jahre Musical aufbricht und in ihren Arrangements so ziemlich alles von Sister Act bis Les Miz und von Chicago bis König der Löwen aufgreift, dabei aber eigenständig und eingängig bleibt.

Mit seiner Schrillheit, seinem abwegigen Thema und seiner brechtschen Erzählform schafft es „Pinkelstadt“ eine Hommage an viele weltbekannten Musicals zu sein, diese aber gleichzeitig gewaltig auf die Schippe zu nehmen. Und das auch musikalisch: Shownummern, Duette, Balladen, Kurt Weill, Gospel, BigBand-Jazz, HipHop und große Orchestermusik.

Pinkelstadt hat mehr Kitsch als „Die Schöne und das Biest”, mehr Dramatik als „Les Misérables” und mehr Show als „Cabaret”. Durch seine sozialkritische und politische Komponente konnte das Stück außerdem einen Beitrag dazu leisten, Kritiker davon zu überzeugen, Musicals als eigenständige Kunstform ernst zu nehmen.